China - Als übler Scherz eines Ex-Freundes entpuppte sich ein Blog über eine angeblich HIV-positive Hure, der sich vorige Woche rasant unter den Internet-Nutzern Chinas verbreitete. Er hatte die Geschichte erfunden, dass die junge Frau als 15jährige von ihrem Stiefvater vergewaltigt worden wäre und nun als Kellnerin in Karaoke Bars und Prostituierte ihr Geld verdiene, illustriert mit 300 von der chinesischen Presse als "indecent" bezeichneten Fotos und 279 Handynummern von angeblichen Kunden, die sie "aus Rache gegen die Gesellschaft" veröffentlicht hätte.
Der verheiratete Mann hatte nach der Trennung 5000,- yuan (730 US-Dollar) von seiner Geliebten verlangt. Als sie nicht bereit war, diese zu bezahlen, rächte er sich, indem er Nacktfotos von ihr per SMS verschickte und in einen Blog stellte. Die Telefonnummern hatte er größtenteils von einem alten Handy, es handelt sich dabei um die Nummern von Arbeitskolleg_innen und Freund_innen der Frau.
Durch den üblen Scherz wurde nicht nur der gute Ruf der jungen Frau zerstört, die nun laut Pressemeldungen einen HIV-Test machen lassen wird, "um ihre Unschuld zu beweisen", sondern auch ihre Familie in Mitleidenschaft gezogen. "Das ganze Land weiß darüber, wie sollen wir weiterleben?" wird die Mutter der Frau zitiert. Auch der Stiefvater macht sich Sorgen darüber, wie seine Stieftochter mit den Vergewaltigungsgerüchten leben kann, was unter anderem zeigt, dass Vergewaltigung (nicht nur) in China noch immer als Schande für das Opfer angesehen wird. Quelle: Chinadaily vom 19. Oktober 2009
Links: http://www.chinadaily.com.cn/china/2009-10/19/content_8808068.htm
http://english.sina.com/china/2009/1018/278483.html