In der bisher umfangreichsten US-amerikanischen Studie zum Thema Kindesentwicklung in Regenbogenfamilien zeigt der Soziologe Michael J. Rosenfeld, dass Kinder lesbischer oder schwuler Elternpaare in der Schule gleich gut voran kommen, wie Kinder heterosexueller Elternpaare.
Rosenfeld hat die Daten der Volkszählung 2000 herangezogen und mehr als 3500 in gleichgeschlechtlichen Haushalten aufwachsende Kinder mit ihren Altersgenoss_innen verglichen, die mit heterosexuellen Eltern aufwachsen. Als Maßstab für die Schulreife und den Schulerfolg wurde die Rate des "Sitzenbleibens" genommen.
Kinder verheirateter heterosexueller Eltern müssen zu 6,8% eine Klasse wiederholen, Kinder lesbischer Mütterpaare und schwuler Väterpaare 9,5% bzw. 9,7%, Kinder unverheiratet zusammenlebender heterosexueller Elternpaare 11,7% und Kinder die mit nur einem Elternteil aufwachsen zwischen 11,1 und 12,6%. Drastisch höher sind die Wiederholungsraten (und auch Drop-out-raten) bei Kindern, die in Heimen aufwachsen, nämlich 34,4%.
Wenn man das Haushaltseinkommen mitberücksichtigt, ist der Schulerfolg bei Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern und bei Kindern in traditionellen Familien gleich. Politisch lässt sich daraus die Forderung ableiten, schwulen und lesbischen Elternpaaren endlich die gleichen Rechte und auch finanziellen Vorteile zu gewähren, die für heterosexuelle Eltern selbstverständlich sind (zB Mitversicherung und Steuerbegünstigungen), weil das den Kindern zugutekommt.
Der Autor bringt auch einen ausführlichen Überblick über die bisherige Literatur zum Thema Kinder in Regenbogenfamilien. Michael J. Rosenfelds Studie Nontraditional Families and Childhood Progress Through School wird in der Zeitschrift Demography veröffentlicht werden. Eine Konzeptfassung ist auf seiner Homepage unter http://www.stanford.edu/~mrosenfe/Rosenfeld_Nontraditional_Families_Children.pdf zu finden.
Links: http://www.stanford.edu/~mrosenfe/
http://muse.jhu.edu/journals/demography/
Anmerkung: Mitarbeiter_innen und Studierende der Uni Wien haben über die UB oder Online Zugang zur Volltextversion der in "Demography" publizierten Artikel.