"Es gibt doch nichts Konservativeres, nichts Werteorientierteres als die
Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit Ehe und Familie.
Damit fördern wir eine Institution, die heute an Bedeutung zu verlieren
droht. Auch wir wollen den Bund der Ehe in den Mittelpunkt stellen", sagt der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der in der Union (LSU) Reinhard Thole im Interview mit Daniel Steinmaier von Jungle World.
Der größte Teil des Interviews dreht sich um Adoption, um den Vorstoß der SPD-Politikerin Brigitte Zypris, die kürzlich eine Studie über Regenbogenfamilien vorgestellt hatte und gleichgeschlechtlichen Paaren die gemeinsame Adoption ermöglichen möchte und die Reaktionen seiner Parteikolleg_innen darauf.
Was Zypris im Wahlkampf vorschlägt, gleiches Adoptionsrecht für homosexuelle Paare, fordert die LSU schon lange. Innerparteilich stößt sie dabei noch auf viele Widerstände und Vorurteile. So sagte CDU-Vorsitzender Kauder in der Süddeutschen Zeitung, es gäbe auch "andere wissenschaftliche Erkenntnisse" und das volle Adoptionsrecht für Lesben und Schwule widerspreche dem Interesse der Kinder, gab allerdings keine Quellen an.
Der CSU-Vorsitzende Georg Schmid sagte, es sei für Kinder das Beste, wenn sie mit Vater und Mutter aufwüchsen, ein Affront unter anderem für zigtausende Alleinerziehende. Auch Integrationsministerin Maria Böhmer sprach sich vehement gegen Adoptionsrechte für Homosexuelle aus, eine Position, die Thole unverständlich ist. Viele Aussagen zu dem Thema seien verzweifelte Griffe in die Mottenkiste der Klischees.
Den Gegensatz zwischen "konservativ" und "homosexuell sieht Reinhard Thole als einen angeblichen, den es aus den Köpfen der Politiker_innen zu lösen gilt. Viele prominente Politiker von CDU und CSU hätten nach wie vor keine Kenntnis von der Lebensrealität von Lesben und Schwulen. Dies zu ändern sieht er als Aufgabe der LSU an.
Das vollständige Interview ist in Jungle World vom 30. Juli 2009 nachzulesen.
Link: http://jungle-world.com/artikel/2009/31/36458.html