"Schwule Liebe kein Tabu mehr" betiteln die Stuttgarter Nachrichten einen längeren Artikel von Markus Brauer, in dem schwul-lesbische Aktivist_innen im Alter von 25 bis zu 75 Jahren zu Wort kommen.
Manfred Bruns ist 75, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD), lebt seit vielen Jahren mit seinem Lebensgefährten zusammen, ist aber auch seit 40 Jahren verheiratet und hat drei Kinder. Als er sich 1985 öffentlich "zu seiner Homosexualität bekannte", wie man das damals bezeichnete, drohte sein Arbeitgeber, das Bundesjustizministerium, mit einem Disziplinarverfahren. Neun Jahre später erhielt er für sein Engagement für die Rechte von Schwulen und Lesben und für seine Verdienste um die Sexualreform das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.
Der 74jährige Soziologe Rüdiger Lautmann war der erste Hochschullehrer in Deutschland, der die Diskriminierung Homosexueller an der Universität Bremen seit 1971 wissenschaftlich untersuchte. Seit 2005 lebt er mit seinem Mann in Hamburg in eingetragener Partnerschaft.
Der 46jährige LSVD-Vorsitzende Klaus Jetz wurde zu jener Zeit erwachsen, als die AIDS-Epidemie ausbrach. Damals wurde Homosexuelität zu einem öffentlich diskutierten Thema. Nach dem großen Akzeptanzschub der 1990er-Jahre sieht er heute wieder Rückschritte: "Homophobie ist wieder gesellschaftsfähig".
Die 25jährige Jugendreferentin des LSVD Jennifer Graser konnte schon mit 15 Jahren ihren Eltern die Freundin vorstellen. Aus ihrer Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendgruppen weiß sie, dass die Akzeptanz von Lesben und Schwulen heute zwar im allgemeinen vorhanden ist, dass es aber unter Jugendlichen noch immer viele Vorurteile gibt. Quelle: Stuttgarter Nachrichten Online vom 29. Juli 2009
Link: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2144757