Die Konferenz möchte eine queer-theoretische Perspektive auf
zeitgenössische Kunstpraxen weiter entwickeln. Eingeladen sind vier
Kunst- und Queertheoretiker_innen, eine genaue Lektüre von vier
künstlerischen Arbeiten vorzutragen, die während der Konferenz auch
präsentiert werden. "Queer freaks', "queere Exotik" und "Differenz"
sind die Stichworte, die im Fokus der Debatte stehen werden. Ein Film-
und Performance Programm wird weitere Perspektiven, künstlerisches
Material und visuelle/ linguistische Praxen beisteuern.
Wo: FU Berlin
Wann: 28. bis 30. August
Ein queer freak könnte als nützliche Figur der
Intersektionalität auftreten. Diese wäre in der Lage, verschiedenste
Arten von Differenz zu repräsentieren, ohne eine Kategorie oder
Identität herzustellen. Die Figur des Freaks erlaubt keine Definition
einer Norm von der sie abweicht. Sie mag als nicht-funktional oder
inkompatibel mit sozialen und ökonomischen Anforderungen gezeigt
werden. Sie mag Fähigkeiten haben, die seltsam erscheinen und die nicht
immer Anerkennung erhalten, denen aber dennoch einen gewisser Wert
zukommt und die sich auszahlen. Das Bild des Freaks mag eine
Verkörperung zeigen, die nicht in Gender- oder ethnischen Kategorien
beschrieben werden kann. Oder sie vermag Körper zu repräsentieren, ganz
ohne sie zu zeigen. Wie könnte eine Freak-Theorie oder eine
Freak-Lektüre aussehen?
Das Stichwort queere Exotik formuliert die Frage, warum Bilder
des Exotischen und des Orients oft in queeren künstlerischen Arbeiten
gezeigt werden. Sind sie in der Lage kritisch auf eine Geschichte des
Kolonialismus zu verweisen und in die Bedeutung entsprechender
Phantasien für die Konstruktion des Westens und von Weiß-Sein zu
intervenieren? Produzieren sie eine Figur der Distanz -- Distanz zu
Weiß-Sein, Westlich-Sein, zu Heterosexualität und zu
Zweigeschlechtlichkeit?
Das Filmprogramm wird von Karin Michalski/clipclub Berlin kuratiert und
wird Arbeiten von Klara Lidén, Ulrike Müller, Nao Bustamante, Wu Ingrid
Tsang, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Line Karlström, Rashawn
Griffin, Guy Ben-Ner, Harry Dodge & Stanya Kahn und anderen
präsentieren (28. and 29. August).
Die Konferenz ist Teil des interdisziplinären Forschungsprojektes "Kulturen des Performativen" (Freie Universität Berlin) und der Projektgruppe "Prekarisierung sexueller und geschlechtlicher Identitäten".
Link: http://www.sfb-performativ.de/seiten/frame_termin.html