Berlin - 2008 hat das Schwule Museum mit der Ausstellung "L-Projekt" über Geschichte, Politik und Kultur lesbischer Frauen und der Lesbenbewegung der vergangenen vierzig Jahre in Berlin (West und Ost) von 1970 bis zur Gegenwart neues Terrain betreten und gleichzeitig einen schon früher begonnenen Paradigmenwechsel von der Beschäftigung mit ausschließlich schwuler Geschichte hin zu schwul-lesbischer und queerer Geschichte konsequent weiter geführt. Als nächster Schritt wurde am 20. Mai 2009 das Kapitel "Frauen Biografien" in der Dauerausstellung "Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit- 200 Jahre Geschichte" eröffnet.
"Frauen Biografien" stellt vier sehr unterschiedliche Lesben aus verschiedenen Epochen vor. Johanna Elberskirchen (1864-1943) engagierte sich in der Frauen- Homosexuellen- und ArbeiterInnenbewegung. Die Autorin Christiane Leidinger würdigt Johanna Elberskirchen in ihrer unlängst erschienenen Biografie.
Elisabeth Leithäuser (1914-2004) wurde 1934 als Jungkommunistin wegen Hochverrats angeklagt. Dank eines Meineides kam sie frei und zog sich bis Kriegsende mit ihrer Partnerin ins Privatleben zurück. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin für den Rundfunk. Fast 60jährig orientierte Leithäuser sich beruflich neu und leitete in den folgenden Jahren ein Haus zur Rehabilitation von psychisch Kranken. Ungefähr zur gleichen Zeit begann sie, sich in der sich um 1970 neu formierenden Frauen- und Lesbenbewegung zu engagieren.
Domino trat ab 1960 als einzige Herrenimitatiorin in Travestieshows in Berliner Lokalen wie Chez Nous und Troika auf. Die musikalische Ausbildung dazu hat die geborene Französin in einem katholischen Mädchenpensionat in Marseille erhalten. Seit mehr als 21 Jahren lebt Domino mit ihrer Partnerin Régine auf Sylt und tritt mit ihr als das Duo "Domino und Régine" auf, zuletzt bei der Eröffnung der Ausstellung am 20. Mai.
Rita Thomas (*1932) nannte sich ab ihrem 15. Lebensjahr Tommy. Gegen den Widerstand der DDR-Behörden machte sie 1962 in Berlin-Friedrichshain einen Hundesalon auf und machte sich als Tiertrainerin für Film, Varieté und Shows einen Namen. Ihre Wohnung in Berlin-Friedrichshain und ihre Datscha am Weißensee waren in den 1950er und 60er Jahren beliebte Treffpunkte der Ostberliner Szene. In den 1970er Jahren engagierte Rita Thomas sich in der Homosexuelleninitiative Berlin. Sie lebt seit mehr als 40 Jahren mit ihrer Lebensgefährtin Helly zusammen. (Quelle: Schwules Museum Berlin)
Schwules Museum
Wo: Mehringdamm 61, Kreuzberg, Berlin (U-Bahn Mehringdamm)
Wann: Mi-Mo 14-18 Uhr, Sa 14-19 Uhr
Telefon: +49-30-693 11 72
Web: www.schwulesmuseum.de
Links: http://www.zitty.de/kultur/41991/
http://lesben.org/index.php?view=article&catid=179%3Anews&id=6119%3Aberlin-das-schwule-museum-wird-immer-lesbischer&tmpl=component&print=1&layout=default&page=&option=com_content&Itemid=419#
http://www.morgenpost.de/printarchiv/top-bmlive/article1096281/Rita_aus_Ostberlin.html
http://www.pride1radio.com/index.php?option=com_content&task=view&id=3497&Itemid=1
http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit/lesbenausstellung-im-schwulen-museum
http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/08/22/lesben-ausstellung/in-berlin.html
http://www.schwulesmuseum.de
http://www.l-projekt.org
Anmerkung: Die Website des Schwulen Museums ist fallweise (relativ oft) nicht erreichbar. Entweder später wieder probieren oder dem Schwulen Museum eine ausreichende Spende zukommen lassen, damit sie sich einen besseren Provider/Hoster leisten können :)