Zürich - Wenn man je bezweifelte, dass "wissenschaftliche Erkenntnisse" wie jene, gegen deren Verbreitung in Deutschland aktuell der LSVD und der Grüne Abgeordnete Volker Beck kämpfen, realpolitische Auswirkungen haben können, braucht man nur ins Nachbarland Schweiz zu schauen. Dort verwendeten Abgeordnete der religiös-konservativen EDU genau jene Argumente, die uns aus den Texten von Satinover, Laun, Vonholdt und von Organisationen wie Wüstenstrom und Narth bekannt sind (wobei manches schon eher nach der Westboro Baptist Church klingt).
Der Tagesanzeiger berichtet über Aussagen des EDU-Kantonsrat Michael Welz:
Homosexualität sei nicht gottgewollt und «mit vielen
gesundheitlichen Risiken behaftet». Wenn mit der Euro-Pride 09 in den
nächsten Wochen schwul-lesbische Festivitäten unterstützt würden, sei
das ein Propagandafeldzug «zur Beeinflussung unserer Jugend und
Gesellschaft».
Die Stadt Zürich werde fünf Wochen lang zu einer
Werbeplattform für den homosexuellen Lebensstil umfunktioniert und
wende sich damit «vom Segen Gottes ab», sagte Kantonsrat Welz. Völlig
unverantwortlich sei deshalb, dass mit der Unterstützung durch Zürich
Tourismus, der SBB und der Stadt Zürich «staatliche Sponsorengelder» in
diesen verwerflichen Anlass flössen. «Gott schenke Befreiung aus der
Homosexualität», rief er vor konsternierten Zuhörern in den Saal.
Als sein Kollege und Fraktionspräsident Stefan Dollenmeier nach einer Klarstellung der übrigen neun Fraktionen, darüber dass die Tirade der EDU "empörend, diskriminierend und verfassungswidrig" ist, mit der Aussage, gleich wie Alkohol und Nikotin sei auch die schwule Lebensform
gesundheitsgefährdend. Die Raten für Suizid, Depressionen und Aids
seien bei Schwulen nachweislich höher, fortsetzte, entzog ihm die Kantonsratspräsidentin das Wort. Quelle: Tagesanzeiger vom 28. April 2009
Links: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/kanton/Schwulenhetze-im-Kantonsrat-fuehrt-zu-Eclat/story/11839834
http://www.europride09.eu/
http://www.csdzurich.ch/
http://www.lsvd.de/