Als der demokratische Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo im Frühsommer vorigen Jahres darum kämpfe, die Stimmen für die Öffnung der Ehe zusammen zu bekommen, war klar, dass es ohne Unterstützung der Republikaner im Senat nicht gehen würde. 4 republikanische Senatoren stimmten für die Gesetzesänderung. In der Folge drohten konservative Kräfte (vor allem NOM), die abtrünnigen Republikaner würden die Rechnung bei der nächsten Wahl schon präsentiert bekommen.
Danach sieht es nicht aus, wenn man der Analyse Bill Kellers in seinem Leitartikel in der New York Times vom 11. April folgt. Sei es, dass die republikanische Partei sich über Spenden wohlhabender konservativer schwuler Gönner freut, sei es, dass sie einfach die Zeichen der Zeit und die Stimmung im Wahlvolk richtig erkannt hat - es sieht danach aus, als stehe sie hinter ihren schwulen- und lesbenfreundlichen Mandataren.
Als besonderes Beispiel bringt Keller den italienischstämmigen, katholischen Mark Grisanti, der als Senator einen Wahlkreise in Buffalo mit fast 40 Prozent Schwarzen vertritt. Sein demokratischer Vorgänger war für die Öffnung der Ehe eingetreten und hatte die Wahl (knapp aber doch) verloren. Damit Grisanti nicht das gleiche passiert, haben die Abgeordneten bei einer Änderung der Wahlkreise darauf geachtet, dass Grisantis Wahlberechtigte ihm - statistisch betrachtet - wohlgesonnen sind. Ob die Rechnung aufgegangen ist, wird sich im November herausstellen.
Bill Keller war bis 2011 Herausgeber der New York Times. Er hat im Juni vergangenen Jahres seinen Rückzug bekannt gegeben, um sich dem Schreiben widmen zu können.
When Is a Flip Not a Flop?
The Fate of the Republicans Who Supported Gay Marriage
von: Bill Keller
in: New York Times vom 11. April 2012
Links: http://www.nytimes.com/2012/04/15/magazine/republicans-who-supported-gay-marriage.html
http://www.boxturtlebulletin.com/2012/04/11/43550
http://en.wikipedia.org/wiki/Bill_Keller