Das Thema der gleichgeschlechtlichen Ehe ist seit geraumer Zeit vieldiskutierter Gegenstand in Politik, Staat und Gesellschaft - in (West-)Europa und darüber hinaus. Heike Raab wird sich in ihrem Vortrag mit diesen Debatten und den Debatten um Lebensformen insgesamt beschäftigen.
Heteronormativität, Ehe, Staat - Vortrag und Diskussion mit Heike Raab
Wann: Mittwoch, 1. Februar 2012, 19:30
Wo: AEP Frauenbilbiothek, Müllerstraße 26, 6020 Innsbruck
Ausgangspunkt des Vortrags ist die Untersuchung Heike Raabs zur Entstehung des Lebenspartnerschaftsgesetzes (umgangsprachlich: Homo-Ehe) in Deutschland. Sie wird dabei drei Spuren verfolgen: Einmal stehen Staatlichkeit und staatsbezogene Gleichstellungspolitiken auf dem Prüfstand. Dann will sie das Spannungsfeld zwischen feministischen Ehe- und Familienkritiken und der Forderung nach der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ausloten. Zuletzt werden gegenwärtige Transformationen von Lebensweisen und deren zunehmende rechtliche Institutionalisierungen mit Blick auf aktuelle neoliberal motivierte Vergesellschaftungsformen reflektiert.
Zentraler Bezugspunkt dieser Spuren- und Fährtensuche ist Gramscis Diktum, dass jeder jeweils historisch konkreten Gesellschaftsformation eine jeweils historisch konkrete Lebensform entspricht. In diesem Sinne soll der Erfolg in der rechtlichen Umsetzung der Homo-Ehe in einen allgemeinen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang gestellt und gegenwärtige politische Praktiken der Homo-Emanzipationsbewegungen
kritisch diskutiert werden.
Heike Raab, Dr. phil., hat Politik, Soziologie, Geschichte und Erziehungswissenschaft in Giessen und Frankfurt (BRD) studiert. Promotion an der Universität Wien im Bereich Queer Studies. Sie forscht und lehrt derzeit an der Universität Innsbruck zu feministischen und queeren Disability Studies. Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten zu Themen der Gender-, Queer- und Disability Studies.
Der aep - Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft - ist einer der ältesten noch existierenden Frauenvereine Österreichs. Entstanden aus einem losen Zusammenschluss von Frauen die sich für die Abschaffung des § 144 StGB einsetzten, betreibt der Arbeitskreis in Innsbruck seit den 1970er Jahren eine Beratungsstelle für Frauen und eine Fachbibliothek und gibt eine eigene Zeitschrift heraus.
Link: http://www.aep.at
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