Israel - Laut einer Meldung der Zeitung Haaretz vom 15. März wurde zum ersten Mal in Isarel einem schwulen Vater "Mutterschaftsurlaub" gewährt. Yonatan Gher ist der biologische Vater des Kindes, das von einer Leihmutter in Indien zur Welt gebracht wurde. Sein Partner strebt eine Adoption an, um auch als Vater anerkannt zu werden.
Nachdem sie im November mit dem neugeborenen Sohn nach Israel zurück gekommen waren, nahm Gher Urlaub, um sich um ihn zu kümmern. Vor einigen Wochen suchte er bei der staatlichen Versicherung um Anerkennung des "Mutterschaftsurlaubs" an und war nach eigenen Angaben überrascht, wie rasch und unbürokratisch diese bewilligt wurde.
Die Anwältin des Paares, Irit Rosenblum, sprach von einem Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare in Israel. Sie wies darauf hin, dass der Sinn des Mutterschaftsurlaubs sei, dass ein Elternteil sich in den ersten Monaten um das Baby kümmern kann. In dieser Situation sind die Bedürfnisse von männlichen und weiblichen Elternteilen gleich und es wäre an der Zeit, dass Gesetzgeber und Behörden dies anerkennen und Geschlechterdiskriminierung auf diesem Gebiet beseitigen.
Offen ist noch, ob die Sozialversicherung auch die Kosten für den mit der Geburt verbundenen Spitalsaufenthalt des Vaters übernehmen wird. Der Antrag des Co-Vaters auf Elternurlaub ist beim Arbeitsgericht anhängig, ebenso der Antrag eines zweiten schwulen Paares, das mit Hilfe einer amerikanischen Leihmutter Eltern geworden war. Quelle: Haaretz vom 17.03.2009.
Auch sonst gab es aus Israel in den letzten Monaten einige für Lesben und Schwule erfreuliche Meldungen: Nitzan Horowitz von der linke Meretz-Partei brachte im Februar einen Gesetzesvorschlag für die geschlechtsneutrale Zivilehe ein. Israel ist eines von wenigen Ländern, in denen es bisher noch keine Zivilehe gibt, sondern die Eheschließung nur nach den Regeln der einzelnen Religionsgemeinschaften möglich ist. Im März erlaubte ein israelisches Gericht erstmals einem schwulen Paar die Adoption ihres (inzwischen erwachsenen) Sohnes.
Bereits im Oktober 2005 hatte der Oberste Gerichtshof Israels die Adoption durch die lesbische Co-Mutter erlaubt.
Links: http://www.haaretz.com/hasen/spages/1071307.html (Englisch)
http://www.ggg.at/index.php?id=62&tx_ttnews[tt_news]=1800&cHash=5491f69136 (Deutsch)
http://www.ontopmag.com/article.aspx?id=3320&MediaType=1&Category=24 (Englisch)
http://www.edgeboston.com/index.php?ch=news&sc=&sc2=news&sc3=&id=88429 (Englisch)
http://jta.org/news/article/2009/03/11/1003612/court-gay-israeli-couple-can-adopt (Englisch)
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3684067,00.html (Englisch)
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3684109,00.html (Englisch)
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1236676913144&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull (Englisch)