Entebbe - 400 anglikanische Bischöfe - überwiegend aus Afrika - trafen diese Woche in Entebbe zum zweiten Konzil der anglikanischen Provinzen Afrikas zusammen. Homosexualität war ein wichtiges Thema, Ugandas anglikanischer Erzbischof Henry Luke Orombi, der Anfang des Jahres für einen Gesetzesentwurf eingetreten ist, welcher Homosexuelle mit der Todesstrafe bedrohen würde, betonte Journalisten gegenüber, dass Homosexualität "gegen die Kultur" seines Landes sei.
"Wir sind froh, dass Erzbischof Rowan Williams hier ist," fügte er hinzu, "Wir werden ihm unseren Standpunkt zur Homosexualität erklären und ihn ins Gespräch ziehen." Der so angesprochene Erzbischof von Canterbury, der sich die nahezu unlösbare Aufgabe gestellt hat, zwischen den lgbt-freundlichen und konservativen Lagern in der anglikanischen Kirche zu vermitteln, erwähnte Homosexualität in seiner Predigt mit keinem Wort.
Er sprach nur vom Wert eines jeden Menschen und von der besonderen Verantwortung jenen gegenüber, die von der Gesellschaft gehasst oder vernachlässigt werden, von der Bedeutung des respektvoll Zuhörens und davon, dass auch Bischöfe nicht immer alles wüssten. (Guardian Kommentator Andrew Brown bemerkte dazu, die Predigt Rowans sei so genau überlegt formuliert gewesen, dass man sie erst ins Englische übersetzen müsse.)
Aber als einige seiner Bischofskollegen in ihren Vorträgen gegen Schwule und Lesben wetterten und dafür mit Standig Ovations belohnt wurden, setzte Rowan ein ebenso diskretes wie deutliches Zeichen: Er und zwei Mitarbeiter blieben in der ersten Reihe still sitzen.
Links: http://www.newvision.co.ug/D/8/12/729779
http://www.guardian.co.uk/world/2010/aug/25/uganda-archbishop-orombi-ailing-anglican-church
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/andrewbrown/2010/aug/25/orombi-rowan-uganda-religion-anglicanism
http://www.queerty.com/what-do-you-call-it-when-400-anti-gay-bishops-descend-upon-uganda-for-7-days-of-fun-sin-20100825/
http://www.bbc.co.uk/religion/religions/christianity/people/rowanwilliams_1.shtml