Batami, Georgien - Laut einer Meldung der Agentur Interpressnews fand in der georgischen Stadt Batumi gestern eine Demonstration gegen eine angeblich geplante Pride Parade statt. Die Demonstrant_innen blockierten die Umgebung des Tempels der Heiligen Barbara und das Sheraton Hotel, wo sie LGBT-Aktivist_innen vermuteten.
Ob die Gegendemonstrant_innen politisch organisiert sind, ist nichts
bekannt, auch ihre Motive sind eher vage: sie seien der Meinung, dass es
in einem orthodoxen Land keine gleichgeschlechtlich veranlagten
Menschen geben dürfe, meldete Interpressnews.
Ob und wann in Georgien eine Pride Parade stattfinden wird oder auch nur ernsthaft geplant ist, ist auch unklar. Gerüchte darüber tauchten vor rund drei Monaten in Internetforen auf, wurden aber nie bestätigt. Am 20 August wandte das Patriachat von Georgien an die Regierung und verlangte, dass die Parade untersagt werde. Dies wurde damit begründet, dass Homosexualität zu den schwersten Sünden gehöre und es in einem seit 2000 Jahren orthodox-christlichen Land undenkbar sei, "Homosexuelle für ihr Leben werben" zu lassen.
Im Jahr 2007 wurde in Georgien eine geplante Veranstaltung für mehr Toleranz unter dem Titel "Alle Verscheiden, Alle Gleich" aus Angst vor Gewalt abgesagt. Damals hatte die georgisch orthodoxe Kirche gewarnt, dass eine Teilnahme von sexuellen Minderheiten an dem Event zu Zusammenstößen führen würde.
Links: http://www.georgien-nachrichten.de/index.php?rubrik=panorama&cmd=n_einzeln&nach_id=17840
http://www.georgien-nachrichten.de/index.php?rubrik=panorama&cmd=n_einzeln&nach_id=17825
http://www.messenger.com.ge/issues/2176_august_23_2010/2176_salome_ilya.html
http://www.civil.ge/eng/article.php?id=22612