Simbabwe - In Bulawayo, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden zwischen 15 und 20 Schülerinnen der Eveline Highschool verhaftet, weil sie angeblich lesbische Beziehungen hatten, berichtete
The Zimdiaspora am 3. August. Homosexuelle Handlungen sind im Simbabwe mit bis zu zehn Jahren Haft bedroht.
Die Verhaftungen fanden laut Medienberichten bereits vorige Woche statt. Vorausgegangen war ihnen ein Vorfall bei einem Fußballturnier am 17. Juli, an dem die Mädchen, alle Mitglieder des Carlton Football Club, teilgenommen hatten. Eine der Schülerinnen bezichtigte die anderen Teammitglieder, Lesben zu sein. Die Schulverantwortlichen forderten sie daraufhin auf, ihre Vorwürfe schriftlich niederzulegen und übergaben die Angelegeneheit der Polizei, die die Mädchen in der Schule verhaftete, um sie zu verhören. Nach Abschluss der Verhöre wurden sie noch am selben Tag ihren Eltern übergeben. Ihr Gerichtsverfahren werde in den nächsten Tagen beginnen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, sagte ein Polizeisprecher.
Die Vorsitzende des Carlton Football Club, Theresa Ndlovu, ist über die Entwicklung enttäuscht, sie wollte den Mädchen die Möglichkeit geben, beim Fußballspielen ihre Stärken und ihr Selbstbewusstsein zu entwickeln, sagte sie gegenüber der Presse.
Dan Moye, der Bildungsminister der Provinz Bulawayo erklärte, er sei über die Vorfälle schockiert gewesen: "Ich habe das nur in den Zeitungen gelesen. Solch ein inakzeptables Verhalten erwartet man nicht", sagte er. "Wir sind noch nicht sicher, ob die Anschuldigungen wahr sind oder nur auf einem Streit unter den Schülerinnen beruhen". Über Konsequenzen seitens der Schulbehörde könne er noch nichts sagen, da er erst den Bericht der Schuldirektorin abwarten müsse. Quelle: The Zimdiaspora vom 3. August 2010
Das strafrechtliche Verbot von Homosexualität geht in Simbabwe über das klassische Sodomieverbot hinaus und umfasst einerseits auch "Werbung für Homosexualität" und andererseits - bei Männern - auch alle Handlungen die zu homosexuellen Handlungen führen können, also Küsse, Umarmungen oder Händchenhalten. Simbabwes Staatspräsident Robert Mugabe ist bekannt für seine strikte Ablehnung von Homosexualität, die er für eine Waffe weißer Kolonialisten hält, und für die Verachtung, die er Lesben und Schwulen entgegenbringt. Menschenrechtsaktivist_innen kämpfen gleichzeitig darum, dass die sexuelle Orientierung in die Diskriminierungsverbote der neuen Verfassung Simbabwes aufgenommen wird.
Links: http://www.zimdiaspora.com/index.php?Itemid=18&catid=38:travel-tips&id=3721:20-bulawayo-school-girls-arrested-for-gay-relationships&option=com_content&view=article
http://www.africanactivist.org/2010/08/twenty-zimbabwe-high-school-girls.html
http://www.365gay.com/news/20-zimbabwe-school-girls-arrested-for-being-lesbian/
http://www.queer.de/detail.php?article_id=12542
http://www.newsday.co.zw/article/2010-08-04-cops-question-pupils-over-lesbianism
http://www.thezimbabwean.co.uk/index.php?option=com_content&view=article&id=33176:pupils-arrested-over-homosexuality&catid=60&Itemid=30
http://www.zimgossip.com/?p=1512