identities und POLYFILM präsentieren am 4. August die Österreichpremière von Männer al dente (Mine vaganti).
Männer al dente (Minge vaganti)
ein Film von Ferzan Ozpetek, Italien 2010, 116min, Originalfassung mit deutschen UT
Mit Riccardo Scamarcio, Ennio Fantastichini, Nicole Grimaudo, Alessandro Preziosi, Lunetta Savino u.a.
In Awesenheit des Regisseurs und mit vielen kulinarischen Spezialitäten aus Apulien.
Wann: Mittwoch, 4. August 2010, 20 Uhr
Wo: Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien
Kartenreservierung für die Première Telefon 0699 120 96 100 oder reservierung(at)identities.at
Ferzan Ozpeteks köstliche neue Komödie ist ein bunter Reigen um bröckelnde Fassaden und Nicht-Gesagtes und - vor allem - eine Lektion, dass man sich von überholten Traditionen und gesellschaftlichen Zwängen befreien muss, um glücklich zu sein - egal wann.
Italienisches Feelgood-Kino mit hintergründigem Humor, vielen Geheimnissen und noch mehr Liebe, Lust und Leidenschaft - nicht nur für italienische Pasta.
Wir sind im sonnigen Apulien. Bei den Cantones, einer ehrwürdigen Pastadynastie im süditalienischen Lecce, steht wieder einmal ein "legendäres" Familienessen an. Immerhin plant Papa Cantone die Firmenübergabe an Alessandro, den ältesten Sohn, der bis jetzt schon pflichtbewusst den Laden geschmissen hat. Die geeignete Schwiegertochter aus gutem Hause ist auch schon für ihn gefunden, und alles scheint paletti. Selbst der jüngere Bruder Tommaso, der in Rom BWL studiert, kommt angereist, um mit der ‚Bella Famiglia' den Anlass zu feiern. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Just am Vorabend der Familienfeier schüttet Tommaso dem großen Bruder sein Herz aus. Er will sich nicht länger verstecken. Er ist gar kein BWLer, sondern Schriftsteller und mit Marco teilt er sich seit Jahren nicht nur die Wohnung ... Beim festlichen Zustammentreffen will er endlich allen reinen Wein einschenken. Doch als er am nächsten Tag die Stimme erhebt, fällt ihm Alessandro ins Wort... und outet sich! Die Überraschung ist perfekt. Scandale grande. Papa kippt mit einem Herzinfarkt um, und der kleine Bruder ist angeschmiert. Statt Outing und Dolce Vita in Rom ist er plötzlich Papas große Hoffnung für die Zukunft...
Ein Geständnis machen ist wie Pasta kochen: man muss den richtigen Zeitpunkt beachten
Ferzan Ozpetek lädt uns mit seinem bitter-süßen Familienportrait nach ganz unten im Stiefel Italiens ein, wo er vor herrlicher Sommerkulisse von den Geheimnissen, Enthüllungen und Rebellionen in einer traditionsbewußten Familie erzählt. Es ist ein sonniges Filmvergnügen, eine emotionale Reise in die tragisch-komische Abgründigkeit einer süditalienischen Provinzdynastie mit viel Zeit und Geld. Ozpetek liebt es, italienische Klischees lustvoll opulent, mit viel Wortwitz und einem gehörigen Augenzwinkern zu inszenieren - die schönen, immer perfekt gestylten Männer, ihre Leidenschaften und Sehnsüchte, ihre angebliche Stärke, die Frauen und ihre oft verborgenen Qualitäten und Wünsche, die Dynamik zwischen Männern und Frauen, ihr Kampf gegen überholte Rollenerwartungen, die "liebe Familie" mit all ihren Vor- und Nachteilen und nicht zuletzt das gemeinsame Feiern und Palavern im Familien- und Freundeskreis. Hingebungsvoll umkreist die Kamera die festliche Tafel und fängt Atmosphäre und Details der Anwesenden ein.
Gerade bei diesen Festen kommen - mehr oder weniger gewollt - so manche ‚Leichen im Keller' ans Licht. In Männer al dente erfahren wir peut à peut von ziemlich vielen Rissen in der scheinbar so perfekten Familienfassade. Geheime, unerfüllte Leidenschaften sind bei den Cantones seit Generationen eine Tradition, wie wir von der Nonna und der schrulligen Tante und auch vom aufmüpfigen, aber total loyalen Personal, das längst Teil der Familie ist, in kleinen Puzzleteilen mitbekommen...
"... Mit Männer al dente ist der Filmstoff Homosexualität mitten im italienischen Mainstream angekommen. Und mit Ozpetek ist ein türkischer schwuler Regisseur, der es am besten schafft, die heterosexuelle italienische Gesellschaft abzubilden und dabei die besten Schauspieler des Landes einzubinden." (Malte Göbel, Sissy Magazin)
Österreichpremière am 4. AUgust 2010 im Filmcasino in Wien. Mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts Wien, der Italienischen Zentrale für Tourismus (ENIT) und des Italienischen Instituts für Außenhandel (ICE).
Text: Barbara Reumüller, identities
Links: http://www.identities.at
http://www.filmcasino.at
http://www.maenner-al-dente.de/
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