Wie schon in anderen Länder zuvor, haben auch in Argentinien und Mexiko Werbefachleute Schwule und Lesben als Zielgruppe entdeckt - insbesondere wenn sie aus dem Ausland kommen und als Tourist_innen Geld ins Land bringen. So hat Mexiko Stadts Tourismusminister Alejandro Rojas gleich nach der Abstimmung über das neue Ehegesetze im Senat Argentiniens das erste gleichgeschlechtliche Paar, das sich trauen lassen wird, werbewirksam auf eine Hochzeitsreise nach Mexiko Stadt und nach Cancun eingeladen.
Ansonsten will er an schwulen und lesbischen Gästen aber natürlich Geld verdienen - dass schwule Touristen (und in geringerem Ausmaß auch lesbische Touristinnen) im Durchschnitt mehr Geld für Reisen ausgeben, als heterosexuelle, hat sich auch schon nach Mexiko herumgesprochen. Die Stadtverwaltung von Mexiko Stadt hat deshalb ein eigenes Tourismusbüro für homosexuelle Gäste eingerichtet, sagte Rojas gegenüber der Zeitung "Milenio". Die meisten schwullesbischen Tourist_innen kommen aus den USA und Kanada, sagte Rojas.
Als Reiseziel ist Mexiko trotz aller landschaftlichen Schönheiten derzeit nicht ganz unumstritten. Wegen in letzter Zeit vermehrt aufgeflammten blutigen Bandenkriegen unter rivalisierenden Drogenkartellen hat das US-Außenministerium zuletzt am 16. Juli eine Warnung vor Reisen in einzelne mexikanische Städte herausgegeben und veranlasst, dass die Familienangehörigen ihres Botschaftspersonals heimreisen. GGG.at berichtete kürzlich, dass in der Stadt Torreon 18 schwule Männer bei einem Anschlag auf eine Diskothek ums Leben gekommen sind.
Auch Pablo de Luca, der Vorsitzende der International Gay & Lesbian Travel Association IGLTA und Mitbegründer der schwulesbischen Wirtschaftskammer Argentiniens (CCGLAR), rechnete dem Südamerika-Korrespondenten der ARD vor, dass schwule Touristen mit 200 Dollar doppelt soviel Geld pro Tag ausgeben wie Heteros. Außerdem bleiben sie länger im Land, sagte er. Da in Buenos Aires der Anteil von Schwulen und Lesben unter den Tourist_innen schon 20 % beträgt, kommen 850 Millionen Dollar in die Stadt - landesweit rechnet er mit 1,1 Milliarden "Pink" Dollar. Durch die Öffnung der Ehe erhofft er sich einen zusätzlichen Boom und reist unermüdlich durch die Welt, um Werbung für Argentinen als lesbisch-schwules Urlaubsziel zu machen.
Das ersten schwule Hochzeitspaar in Buenos Aires werden übrigens zwei Männer sein, die schon ihr halbes Leben miteinander verbracht haben: der 60-jährige Ernesto Rodriguez Larrese und sein 61-jähriger Partner Alejandro Vanelli. Sie sind seit 34 Jahren beisammen. Maria Rachid von der argentinischen LGBT Föderation rechnet mit rund 100 Hochzeitspaaren am 13. August, dem ersten Tag, an dem gleichgeschlechtliche Paare heiraten können werden.
Links: http://www.bbc.co.uk/news/world-latin-america-10658300 Free Mexico honeymoon for first Argentine gay newly-weds
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5g8YMylj_OrzY3AxwR0H8aJmapIcw First gay marriage in Argentina set for August 13
http://diestandard.at/1277338758067/Mexiko-City-Werben-um-Homosexuelle
http://www.welt.de/reise/article8592633/Mexiko-Stadt-wirbt-um-homosexuelle-Urlauber.html
http://www.mexicocity.gob.mx/
http://www.travel.state.gov/travel/cis_pa_tw/tw/tw_4755.html
http://www.ggg.at/index.php?id=320&tx_ttnews[tt_news]=3333&cHash=7447f55d82d74cc1f3cdbc2a08272bf8
http://www.tagesschau.de/ausland/homoeheargentinien100.html
http://www.ggg.at/index.php?id=69&tx_ttnews[tt_news]=3345&cHash=404d01929748086403e73f5eb29f2f03
http://www.buenosairesherald.com/BreakingNews/View/40007 Gay tourism to Argentina seen booming
http://www.buenosairesherald.com/BreakingNews/View/39913 Gay tourism conference opens today
http://www.buenosairesherald.com/BreakingNews/View/40113 Behind closed doors, the President expanded on the same-sex marriage
http://www.iglta.org/index.cfm