Wien - Entsetzt über die Wortwahl der FPÖ-Abgeordneten in einer am 8. Juli eingebrachten parlamentarischen Anfrage betreffend die Konferenz der EuropeanGayPoliceAssociation ist SoHo-Vorsitzender Peter Traschkowitsch - und nicht nur er. Verwundert kann man aber auch über das zur Schau gestellte Unwissen mancher Volksvertreter_innen sein.
"Es wird etwa tatsächlich infrage gestellt, ob lesbisch/schwule PolizistInnen eine Amtshandlung durchführen können oder nicht", bemerkt Traschkowitsch. Es wird unterstellt, dass lesbisch/schwule PolizistInnen dienstunfähig sind. Und eigentlich stellt die FPÖ infrage, ob lesbische, schwule und transgender ArbeitnehmerInnen überhaupt einer beruflichen Tätigkeit nachgehen können. Die FPÖ-Abgeordneten wollen wirklich wissen, welche Aufgabenbereiche Gleichbehandlungsbeauftragte haben. Meine Damen und Herren von der FPÖ, wie wäre es vielleicht mit Lesen der Fachliteratur? Oder ist das zu viel verlangt? Ich bin erschüttert darüber, dass Minderheitenhetze im österreichischen Parlament noch so möglich ist", fährt Traschkowitsch fort.
Ich würde hinzufügen, dass nicht einmal Fachliteratur nötig ist. Tageszeitungen oder Internet reichen. Google findet zu gleichbehandlungsbeauftragte alleine auf östterreichischen Websites 168.000 Treffer und zu diversity beauftragte 21.600 Treffer. Auch Wikipedia gibt Auskunft (siehe Links weiter unten). Und nicht zuletzt werden Gleichstellung und Diversität auch im Parlament in schöner Regelmäßigkeit diskutiert.
"Diese parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten zeigt einmal mehr, dass diese Partei nur vernadern und hetzen kann. Das ist für mich nicht nur dumm, sondern ist ein weiterer Beleg für die homophobe Grundstimmung der FPÖ und welcher Ungeist diese Partei treibt. Die Abgeordneten der Freiheitlichen lassen keine Gelegenheit aus, gegen Minderheiten aufzutreten und sie versuchen Missgunst, Neid und Hetze zu verbreiten. Ich hoffe, dass Lesben, Schwulen und Transgender Personen bewusst ist, was diese Partei bezweckt und wissen, dass sie unwählbar ist", schließt Traschkowitsch.
Die Frage nach der Teilnahme uniformierter Polizist_innen in Uniform an der Regenbogenparade hätten sich die FPÖ-Abgeordneten übrigens auch ersparen können. Sie wurde schon vor der Parade beantwortet. Zitat aus dem schwul-lesbischen Nachrichtenportal GGG.at: "Das Innenministerium unterstützt zwar die Konferenz und schwule sowie lesbische PolizistInnen in Österreich, lässt sie aber an der Parade nicht in Uniform teilnehmen - anders als Exekutivbeamte aus anderen europäischen Ländern, die sehr wohl in Uniform mitmarschieren dürfen."
Links: http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/J/J_06058/pmh.shtml
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/J/J_06058/imfname_191200.pdf
http://www.parlament.gv.at/WW/DE/PAD_35468/pad_35468.shtml
http://www.egpac2010vienna.at/home.html
http://www.gaycopsaustria.at/new/
http://www.soho.or.at
http://www.spoe.at
http://www.bmi.gv.at
http://www.google.at/search?hl=de&q=gleichbehandlungsbeauftragte+%3Aat&btnG=Suche
http://www.google.at/search?hl=de&q=diversity+beauftragte+%3Aat&btnG=Suche
http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichstellungsbeauftragte
http://de.wikipedia.org/wiki/Diversity_Management
http://www.ggg.at/index.php?id=62&tx_ttnews[tt_news]=3272&cHash=4047669c00016c2d7e546d5ec6013db8
http://www.help.gv.at/Content.Node/186/Seite.1860000.html