Wien - Morgen, Samstag findet mit der 15. Regenbogenparade das wichtigste les-bi-schwule und Transgender Community-Event des Jahres statt. Die Eckdaten: Start ist, wie immer, um 14 Uhr beim Stadtpark. Dann zieht die Parade gegen die Fahrtrichtung rund um die Ringstraße. Über Urania, Franz-Josefs-Kai, Schwedenplatz, Ringturm, Börse, Universität, Rathausplatz, Parlament, Oper geht es zum Schwarzenbergplatz, wo ab 17 Uhr die Celebration stattfindet. Um 16 Uhr bleibt der Zug für eine Minute des Gedenkens an die Opfer der Immunschwächekrankheit AIDS stehen.
Laut derzeitigem Stand sind 34 Wagen und größere Gruppen aus dem In- und Ausland zur Teilnahme angemeldet. Angführt wird der Zug von den Dykes on Bikes. Da die Vereinigung lesbischwuler Polizisten zeitgleich Gastgeberin der 5. Tagung der European Gay Police Association (EGPA) ist, werden auch zahlreiche Polizisten und Polizistinnen aus ganz Europa in ihrer Uniform bei der Parade mitmarschieren.
Außerdem wird die agpro bei der Regenbogenparade die größte Regenbogenflagge Europas mitbringen und auf der Ringstraße ausbreiten. Die 60 mal 6 Meter große Fahne wurde 2001 anlässlich der Europride hergestellt und wehte einen Monat lang vom Donauturm.
Das diesjährige Motto "We are family" soll darauf aufmerksam machen, "dass Schwule und Lesben nicht nur eine große Familie sind, sondern auch in Familien leben", erklärt Jona Solomon, Obfrau der HOSI Wien. Deshalb sei die Parade nicht nur eine riesengroße Party, sondern auch eine Demonstration "gegen die Ignoranz der Politik, die gleichgeschlechtliche Paare zum Beispiel immer noch von der Adoption ausschließt, obwohl in Österreich tausende Regenbogenfamilien leben", ärgert sich Solomon über die Regierung.
Die Parade wird auch von höchsten politischen Kreisen in Österreich geschätzt und geachtet. Bundeskanzler Werner Faymann bedankte sich in einem Grußwort bei der HOSI Wien für ihr "herausragendes gesellschaftspolitisches Engagement". Der britische Botschafter in Wien, Simon Smith, drückt in einem Schreiben all jenen seine Unterstützung aus, "die sich an diesem Fest der Vielfalt beteiligen werden", bei dem es darum geht, "Respekt vor den grundlegenden Menschenrechten zu fördern."
Die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger, wird auch heuer gemeinsam mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (WASt), mit einem eigenen Wagen an der Regenbogenparade teilnehmen. Der WASt-Wagen wird heuer ganz im Zeichen der Eingetragenen
PartnerInnenschaft stehen.
Am Schwarzenbergplatz werden zahlreiche Organisationen, darunter die GayCops Austria, die AIDS-Hilfe und die EU-Grundrechteagentur Infostände aufbauen. Erstmals wird es hier auch ein Sonderpostamt der Österreichischen Post AG geben, wo Paradenteilnehmer_innen und Sammler_innen die aus Anlass der 15. Regenbogenparade aufgelegte Sonderbriefmarke - auch auf Ersttagsbriefen - erwerben und abstempeln lassen können.
Die Abschlusskundgebung zur Regenbogenparade wird ab 17 Uhr auf dem Schwarzenbergplatz über die Bühne gehen. Ein vielfältiges Spektrum an Künstler_innen erwartet die Besucher_innen. Höhepunkt wird der Auftritt von Lou Bega sein. Bis 22 Uhr wird am Schwarzenbergplatz gefeiert – den Abschluss der Celebration bildet, wie es ebenfalls fixe Tradition ist, der Donauwalzer. Danach kann noch in diversen Wiener Clubs weiter gefeiert werden, die für morgen Regenbogen-Specials vorbereitet haben. Für die official Pride Night gibt es ein Kombiticket, mit dem man drei Parties in zwei Locations besuchen kann.
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