Die regierende Zanu-Partei will das Verbot von "Praktiken wie Homosexualität, Abtreibung und Euthanasie" in die neue Verfassung von Simbabwe aufnehmen, sagte der Minister für Präsidentschaftsangelegenheiten und Politbürosekretär Didymus Mutasa auf einer Parteiversammlung, berichtet Radio VOP. Er sagte auch, dass der Entwurf strenge Strafen für Homosexualität vorsehen solle.
Über christliche Gruppen, die sich für die Menschenrechte von Schwulen und Lesben einsetzen, ist der Minister verärgert und verwundert. "Wir sind erstaunt, dass einige christliche Organisationen die Verankerungen von Schwulen- und Lesbenrechten in der Verfassung fordern, obwohl wir wissen, dass die Bibel die Homo-Ehe verbietet" - so die etwas eigenwillige Bibelinterprätation von Mutasa. Er forderte die traditionellen Führer des Landes auf, eng mit der Regierung zusammen zu arbeiten, um die "kulturelle Moral der Simbabwer und Simbabwerinnen zu schützen".
Minister Mutasa steht mit seiner Ansicht in Simbabwe nicht alleine da. Der seit 1987 herrschende Präsident Mugabe (vorher war er von 1980 - 1987 Premierminister) ist bekannt für seine heftigen Aussagen über Schwule und Lesben: "schlimmer als Hunde und Schweine" nannte er sie und kürzlich bezeichnete er Homosexualität als "Idiotie". Er hält Homosexualität für eine Waffe der Weißen, mit denen sie Afrika weiterhin in Abhängigkeit halten wollen.
Anfang Juni hatte ein Vertreter der Veteranen der Befreiungsfront geschworen, dass in der Verfassung Simbabwes kein Platz für Rechte von Schwulen und Lesben sein werde. "Glauben sie, dass jene, die für die Befreiung des Landes gestorben sind, für die Homo-Ehe gestorben sind?" fragte Jabulani Sibanda bei einer Versammlung, die für die neue Verfassung werben sollte. Und auch Mugabes politischer Konkurrent und Gegner Premierminister Morgan Tsvangirai bezeichnete Homosexualität als Verrücktheit.
Im Mai waren zwei Aktivist_innen einer lesbisch-schwulen Menschenrechtsgruppe in Simbabwe unter der Beschuldigung festgenommen worden, dass im Lokal der Gruppe pornographisches Material gefunden worden sei und dass die Gruppe Präsident Mugabe beleidigt hätte. Sie wurden nach rund einer Woche gegen Kaution freigelassen und berichteten, dass sie in der Haft gefoltert worden waren. Das Gerichtsverfahren ist für den 1. Juli angesetzt. Ellen Chademana erhielt deshalb keine Ausreisebewilligung für eine lange im voraus geplante USA-Reise zur Teilnahme an einer Veranstaltung der Tufts-University. Obwohl der zuständige Richter ihren Antrag auf vorübergehende Herausgabe des Passes bewilligte und darin keine Gefahr für das Gerichtsverfahren sah, stellte die Staatsanwältin sich dagegen und hob den richterlichen Beschluss auf.
Links: http://news.radiovop.com/index.php/national-news/4057.html No room for gay rights in new consitution - Mutasa.
http://www.thezimbabwemail.com/zimbabwe/5356.html "We will not tolerate gay rights" - War Vets
http://news.radiovop.com/index.php/national-news/4041.html Gay rights employee denied right to visit the US
http://www.a24media.com/index.php/only-in-africa/1307-tsvangari-agrees-with-mugabe-on-homosexuality
http://humanrights.change.org/blog/view/robert_mugabe_and_morgan_tsvangirai_say_gay_rights_are_insane
http://madikazemi.blogspot.com/2010/03/is-morgan-tsvangirais-anti-gay-talk.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Mugabe
http://www.qrd.org/qrd/world/africa/zimbabwe/excerpt.of.mugabe.speech-08.03.95
http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/519074.stm