Ein Forscher_innen-Team der University of California in San Francisco verfolgt seit den frühen 1990er Jahren die Entwicklung von Kindern lesbischer Paare die durch künstliche Befruchtung zur Welt kamen. Diese Kinder sind nun im Teenageralter. Die Befragung der Mütter ergab, dass ihre 17jährigen Töchter und Söhne in der sozialen und schulisch/akademischen Kompetenz signifikant über dem Durchschnitt der gleichaltrigen Jugendlichen liegen und dass sie signifikant weniger soziale Probleme, Agressivität, Regelverstöße usw. zeigen. Es zeigten sich dabei keine Unterschiede zwischen Kindern, deren Samenspender bekannt, noch unbekannt oder dauernd unbekannt waren und auch keine Unterschiede zwischen Kindern, deren Mütter noch zusammen lebten und solchen, die sich inzwischen getrennt hatten.
Studienleiterin Dr. Nanette Gartrell sagte gegenüber dem Magazin Time: "Wir hatten erwartet, dass wir keine Unterschiede in der psychologischen Anpassung zwischen Jugendlichen in lesbischen Familien und dem Vergleichssample finden würden. Ich war überrascht, dass wir bei einigen Punkten höhere psychologische Kompetenz und geringere Verhaltensprobleme fanden. Das hatte ich nicht vorhergesehen."
Das Ergebnis könnte zum Teil dadurch begründet sein, dass es sich bei den beobachteten 154 Jugendlichen durchgehend um Wunschkinder handelt, zum Teil auch dadurch, dass die Stichprobe mit 93% weißen, größtenteils im Nordosten oder an der Westküste der USA lebenden Familien nicht dem Landesdurchschnitt entspricht. Dennoch zeigt es deutlich, dass es den Kindern in lesbischen Familien jedenfalls nicht schlechter geht.
Die Studie ist online verfügbar. Nanette Gartrell, Henny Bos, US National Longitudinal Lesbian Family Study: Psychological Adjustment of 17-Year-Old Adolescents, erschienen in Pediatrics am 7. Juni 2010. PEDIATRICS
(doi:10.1542/peds.2009-3153)
Links: http://pediatrics.aappublications.org/cgi/content/abstract/peds.2009-3153v1
http://www.boxturtlebulletin.com/2010/06/07/23300
http://www.time.com/time/health/article/0,8599,1994480,00.html