Nicht Luftballons, sondern Seifenblasen ließen Budapests Lesben und Schwule am Internationalen Tag gegen Homophobie in die Luft steigen. Rund 50 Menschen waren dem Aufruf der Budapest Pride Organisator_innen gefolgt und versammelten sich in Regenbogenfarben gekleidet kurz vor 18 Uhr auf dem Vörösmarty ter, um mit ihrer spielerischen Aktion ein Zeichen gegen Homophobie und für Toleranz zu setzen.
Die Aktion sollte auch dazu dienen, Schwule und Lesben wenige Wochen vor der Budapest Pride wieder zu etwas mehr Aktivismus und Offenheit zu begeistern, berichtet der Pester Lloyd. Das reaktionäre und oft auch offen homophobe politische Klima der letzten Jahre hat dazu geführt, dass mehr und mehr Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender sich ins Privatleben zurückgezogen haben und lieber jedes Aufsehen vermeiden - keine guten Voraussetzungen für den politischen Kampf um Gleichberechtigung, aber auch nicht für ein persönlich zufriedenes Leben. Dazu kommt, dass die Parade seit 2007 regelmäßig von gewalttätigen Gegendemonstranten angegriffen wurde und nur unter großem Polizeischutz überhaupt stattfinden konnte, viele sich ihre Teilnahme an der Parade also gut überlegen.
Dabei gäbe es auch Grund zu feiern, denn die am 10. Juli 2010 in Budapest stattfindende Parade ist bereits die 15. - sie ist also gleich alt wie die Wiener Regenbogenparade. Auch die Rainbow Mission Foundation feiert ihren 15. Geburtstag. Das Budapest Pride Film und Kultur Festival dauert heuer vom 4. bis zum 11. Juli. Auf dem Programm stehen neben einer Reihe von LGBT-Filmen Workshops, Diskussionsrunden und natürlich Parties.
Links: http://www.pesterlloyd.net/2010_20/20seifenblasen/20seifenblasen.html
http://www.budapestpride.hu/en/bubbles-against-homophobia (Video)
http://www.budapestpride.hu/en