Operationen für Intersexuelle versteht Iain Morland als queere Praxis. Trotz ihrer konservativen Ziele hat Chirurgie Morland zufolge einen desorientierenden Effekt auf Individuen; Queer Theory ermöglicht ein kritisches Verständnis der zeitlichen und räumlichen Eigenschaften des post-operativen Körpers. In seinem Votrag Impersonal Intersex. Genital Surgery in the Public Sphere vertritt Morland die These: Wenn Desorientierung nicht als private Angelegenheit individueller Körper, sondern als historisch produzierte Bedingung der Persönlichkeit verstanden wird, dann wäre die Behandlung von Intersexualität auch Thema für einen öffentlichen Dialog.
Impersonal Intersex: Genital Surgery in the Public Sphere. Vortrag in englischer Sprache von Iain Morland (Cardiff University UK)
Wann: 12. April 2010, 19:00
Wo: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Iain Morland, PhD, Lektor an der Cardiff University, UK. Lehrt
Kulturwissenschaft und Gender Studies. Zahlreiche Publikationen zu
Ethik, Politik und Psychologie von Intersex in interdisziplinären
Büchern und Zeitschriften. Publikationen (Auswahl): Special issue of
GLQ: A Journal of Lesbian and Gay Studies titled ‘Intersex and After’
(2009); Queer Theory (2005), co-edited with Annabelle Willox. Zur Zeit
beschäftigt sich Morland mit dem Zusammenhzang von gendered embodiment
und der Erfahrung von Zeit und Raum.
Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltzungsreihe Queere Interventionen statt, die von Andrea B. Braidt (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft) und Susanne Hochreiter (Institut für Germanistik) initiiert wurde. Die Veranstaltungsreihe greift die interdisziplinäre Bedeutung eines der
zentralsten kulturwissenschaftlichen Schlüsselkonzepte seit den 1990er
Jahren auf und präsentiert seine enorme Produktivität in
wissenschaftlicher und künstlerischer Auseinandersetzung.
Link: http://tfm.univie.ac.at/veranstaltungen/veranstaltungsreihe-queere-interventionen/
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