Die Forschungsplattform Geschlechterforschung der Universität Innsbruck protestiert entschieden gegen die Streichung der Subventionen für das Autonome FrauenLesbenZentrum, für das feministische Archiv und Frauenbildungsprojekt "ArchFem - Interdisziplinäres Archiv für Feministische Dokumentation" sowie für die feministische Kulturinitiative "kinovi[sie]on".
Die angesprochenen Projekte stehen für eine offene, plurale und aufgeklärte Gesellschaft und fördern eine emanzipatorische, demokratische Entwicklung. Diese Ziele können nicht durch eine Beratung der Berufswahl von Mädchen und die Förderung von Frauen- und Mädchenberatungsstellen verfolgt werden, wie die Landesrätin ihre Schwerpunktsetzung begründet. Es darf hier nicht um ein entweder oder der verschiedenen Initiativen und Projekte gehen, sondern um ein Mehr an Demokratie und ein mehr an Frauenförderungen, weil wir gerade auch in Tirol von einer de facto Gleichstellung der Geschlechter nach wie vor sehr weit entfernt sind.
Aus der Sicht der Forschungsplattform Geschlechterforschung stellt die Arbeit der Projekte, denen nun die Subventionen entzogen werden, eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dar. Diese Vereine - die mit der an der Universität geleisteten Frauen- und Geschlechterforschung verbunden sind - leisten die wichtige Arbeit der Wissenschaftskommunikation und des Wissenstransfers.
Die politischen Vertreterinnen sollten die Arbeit, die hier selbstorganisiert und zum größten Teil ehrenamtlich geleistet wird, honorieren und nicht missachten.
"Wir sind sehr betroffen über diesen Umgang mit autonomen Frauenprojekten und das verkürzte Demokratieverständnis, dass darin zum Ausdruck kommt und fordern daher die Rücknahme der Subventionsstreichungen, zumal der strittige Betrag von Euro 14.500,- für die betroffenen Vereine zwar von existenzieller Bedeutung ist, angesichts seiner begrenzten Größenordnung jedoch im Verhältnis zum Gesamtbudget des Landes kaum ins Gewicht fällt." Quelle: Presseaussendung der interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung der Universität Innsbruck vom 29. März 2010
Link: http://www.geschlechterforschung.at