Bereits seit gestern häufen sich Andeutungen, dass eine Lockerung von Don't ask, don't tell (DADT), jener Bestimmung, die schwulen, lesbischen und bisexuellen us-amerikanischen Militärangehörigen verbietet, über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen, unmittelbar bevorsteht. Unklar ist noch die Reichweite.
Verteidigungsminister Robert Gates hatte bereits im Februar bei einem Hearing im Kongress seiner Meinung Ausdruck verliehen, dass die Regel "menschlicher" angewendet werden muss. Er hatte darauf hingewiesen, dass Pentagon und Militär einen gewissen Ermessenspielraum haben, innerhalb dessen es möglich ist, interne Verfahren so zu ändern, dass sie den Männern und Frauen in Uniform gegenüber fairer sind. Für die Abschaffung von DADT ist eine Entscheidung des Kongress nötig, die sich aber wahrscheinlich verzögern wird, da einige Abgeordnete auf einer nochmaligen Evaluierung bestehen. Präsident Barack Obama hat sich wiederholt für eine Abschaffung von DADT ausgesprochen.
Konkret sollen vorerst die Kündigungen aufgrund von Outings durch dritte Personen eingeschränkt werden. Die Washington Post berichtet, dass keine Untersuchungen aufgrund anonymer Mitteilungen mehr erfolgen sollen, dass Anzeigen von Dritten strikt geprüft werden sollen und Entlassungen aufgrund von DADT nur mehr von hochrangigen Vorgesetzten eingeleitet werden können. CNN schreibt, dass besonders Anzeigen von Dritten, bei denen der Verdacht besteht, dass sie persönliche Animositäten gegen den oder die betreffende Person hegen, nicht mehr automatisch zur Entlassung führen sollen. Die Verbesserungen klingen gegenüber der derzeitigen Situation also nur minimal. Es wird erwartet, dass Verteidigungsminister Gates genaueres in einer heute stattfindenden Pressekonferenz verlautbart.
Links: http://www.boxturtlebulletin.com/2010/03/24/21404
http://www.nytimes.com/2010/03/25/us/25military.html
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/03/24/AR2010032403098.html
http://news.yahoo.com/s/ap/20100325/ap_on_go_ca_st_pe/us_military_gays
http://www.cnn.com/2010/POLITICS/03/24/military.gays/index.html
http://www.reuters.com/article/idUSTRE62N6JF20100325